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Klimakommunikation durch Virtual Reality

24. Januar 2024

Klimakommunikation durch Virtual Reality

Der Klimawandel und seine Folgen stellen eine der größten Herausforderungen unserer Zeit dar. Doch trotz der prägnanten Daten, die uns über die fortschreitende Klimakrise informieren, bleibt die Umsetzung von Verhaltensänderungen oft aus. Welchen Einfluss können Virtual-Reality-Erlebnisse auf die Förderung umweltbewusster Einstellungen und Verhaltensintentionen haben?

Ein Gastbeitrag von Annina Lucke

(Generiert mit KI)

Die Diskrepanz zwischen dem Wissen um die Folgen des Klimawandels und der tatsächlichen Umsetzung von Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels ist ein zentrales Hindernis der Verhinderung der Klimakrise. Daten und Fakten sind zweifellos essentiell für das Verständnis des Klimawandels, jedoch können sie oft zu abstrakt und distanziert wirken, um Verhaltensänderungen auszulösen. Der durchschnittliche Mensch kann sich beispielsweise auf Basis von Statistiken über CO2-Emissionen oder Temperaturanstiege nicht vorstellen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf sein eigenes Leben haben wird und fühlt sich dadurch womöglich persönlich nicht betroffen. Hier setzt Virtual Reality (VR) als Kommunikationsmittel an, um die drängenden Auswirkungen des Klimawandels erlebbar zu machen.

Gründe für den Einsatz von Virtual Reality im Kontext des Klimawandels

Statt abstrakter Zahlen und Statistiken präsentiert Virtual Reality realistische Szenarien, in denen der Nutzer buchstäblich in die Auswirkungen des Klimawandels eintauchen kann. Durch lebendige, immersiv gestaltete Szenarien kann er die Konsequenzen des Klimawandels hautnah erleben. Der Nutzer kann beispielsweise durch seine eigenen Augen die Auswirkungen des schmelzenden Eises in der Arktis sehen, durch von Dürre geplagte Landschaften wandern oder in von Überschwemmungen betroffenen Regionen stehen. Diese unmittelbaren, selbst erlebten Erfahrungen können eine tiefgreifende emotionale Verbindung herstellen und das Bewusstsein für die Dringlichkeit von Handlungen schärfen. Studien haben gezeigt, dass Menschen eher geneigt sind, auf persönlicher Ebene ihr Verhalten zu ändern, wenn sie eine emotionale Verbindung zu einem Thema herstellen können.

Die immersive Natur von Virtual-Reality-Erlebnissen erlaubt es den Menschen, nicht mehr nur passive Beobachter zu sein, sondern aktiver Teilnehmer in der Geschichte des Klimawandels. Diese persönliche Einbindung fördert nicht nur Empathie, sondern auch das Verantwortungsbewusstsein des Nutzers.

Das immersive Medium ermöglicht es, nicht nur die aktuellen Auswirkungen des Klimawandels zu zeigen, sondern auch potenzielle Zukunftsszenarien zu simulieren. Nutzer können sich in verschiedene Zeiten versetzen und die möglichen Konsequenzen unterschiedlicher Entscheidungen erleben. Diese präventive Perspektive kann dazu beitragen, die Dringlichkeit von Maßnahmen zu betonen und das Bewusstsein für die langfristigen Auswirkungen von individuellem Handeln zu schärfen.

VR-Game im Praxistest

Im Rahmen meiner Forschungsarbeit wurde mithilfe eines Experiments untersucht, welchen Einfluss ein Virtual-Reality-Erlebnis, das die Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland visualisiert, auf die Wahrnehmung des Klimawandels, das Umweltbewusstsein, die umweltbewussten Verhaltensintentionen und den Wissenserwerb der Nutzer hat.


Die VR-Umgebung im Test

In der Virtual-Reality-Experience taucht der Nutzer in die Rolle einer Klimaforscherin ein. In unterschiedlichen Zeitebenen können dadurch die Folgen des Klimawandels hautnah erlebt werden. Zu Beginn des Erlebnisses im Jahr 2025 ist es die Aufgabe des Nutzers, seine Umgebung zu erkunden und fehlende Klimadaten in seiner Umgebung zu sammeln. Die gesammelten Informationen dienen als Grundlage für die Erstellung einer Zukunftssimulation des Jahres 2050. In der Zukunftssimulation hat sich die gesamte bisher bekannte Spielwelt verändert, um die konkreten Auswirkungen des Klimawandels anschaulich zu machen.

Screenshot des Virtual-Reality-ErlebnissesScreenshot des Virtual-Reality-Erlebnisses

Das Spielen der VR-Anwendung führte bei den Nutzern zu einem Wissenszuwachs über den Klimawandel. Es steigerte die Dringlichkeitswahrnehmung des Klimawandels, das Umweltbewusstsein, die Verhaltensintentionen sowie die wahrgenommene Selbstwirksamkeit. Außerdem verringerte das Spielen die wahrgenommene psychologische Distanz gegenüber dem Klimawandel.

Innovation in der Klimakommunikation

Um die Kluft zwischen dem vorhandenen Wissen um die Folgen des Klimawandels und der tatsächlichen Umsetzung von Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels zu überbrücken, ist es entscheidend, innovative Ansätze in der Kommunikation des Klimawandels zu nutzen. Virtual Reality bietet hierbei ein einzigartiges Tool, Menschen in die Realität des Klimawandels eintauchen zu lassen, um eine tiefere Verbindung zu schaffen und Verhaltensänderungen anzustoßen. Durch die Kombination von Technologie, Emotionen und Lösungsorientierung kann das Medium mit speziell entwickelten Virtual-Reality-Erlebnissen dazu beitragen, den Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft zu ebnen.

Es ist lediglich wichtig zu betonen, dass Virtual Reality nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur traditionellen Klimakommunikation fungieren sollte. Da der Zugang zu VR-Technologie noch nicht allumfassend ist, sind alternative Methoden weiterhin wichtig, um eine breite Zielgruppe zu erreichen.


Annina Lucke

Anninas Leidenschaft für innovative Medien treibt sie dazu an, neue Technologien zu erkunden und deren Potenzial für einen nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel zu erforschen. Sie studiert Innovationsmanagement an der HWG Ludwigshafen und arbeitete nebenbei in einem Start-Up an der Entwicklung von ClimateChangeVR - einem Virtual Reality Erlebnis, das den Klimawandel emotional erlebbar macht.

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