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Voice Assistants neu denken

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27. Mai 2021

Voice Assistants neu denken

„Alexa? Warum ist die Banane krumm?“ diese und unendlich viele weitere Fragen können Alexa und anderen Voice Assistants gestellt werden und auf so gut wie jede Frage hat der Sprachassistent auch eine Antwort. Doch wie viel Potential steckt noch in den kleinen Helfern und wie können sie innovativer gestaltet werden?

Ein Gastbeitrag von Sina Ruhrländer

Nun ist es genau ein Jahr her, dass ich mich zusammen mit dem Media Lab Ansbach in einem Seminar der Hochschule Ansbach mit dem Thema „Voice Assistants“ auseinandergesetzt habe. Obwohl ich mich zuvor noch nie tiefgründiger mit Sprachassistenten befasst hatte, war mein Interesse sofort geweckt. Wir leben schließlich in einer immer moderneren Welt, in der Technik uns bei unseren alltäglichen Aufgaben unterstützen soll - zum Beispiel durch Voice Assistants. Mit Hilfe von Siri oder Alexa, kommen ganz beliebige Informationen aus einer Anwendung, ohne dass wir umständlich und zeitintensiv zwischen verschiedenen Apps wechseln müssen.

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit werde ich jetzt die Möglichkeit haben, tiefer in dieses Thema einzusteigen - angefangen mit einer Basic Research. Innerhalb von zwei Wochen befragte ich zehn Nutzer:innen über verschiedenste Aspekte von Sprachassistenten. Die grundlegende Frage war: „Wie kann die Interaktion mit Voice Assistants noch innovativer und zugleich die User Experience verbessert werden?“ Um hierauf eine Antwort zu finden musste ich zum einen herausfinden, in welchen Zusammenhängen Sprachassistenten genutzt werden, und zum anderen, welche Probleme dabei auftreten.

Wie werden Sprachassistenten hauptsächlich genutzt?

Meine Interviewpartner:innen nutzen ihre Sprachassistenten so gut wie täglich. Sie geben ihnen ein unterstützendes Gefühl. Einfache Befehle stehen bei den User:innen auf dem täglichen Programm:

  • „Stell einen Wecker!”
  • “Sag mir, wie heute das Wetter wird!” oder
  • “Schreibe eine Nachricht an meinen Arbeitskollegen!“

 

Hinzu kommen individuelle Aktionsmöglichkeiten wie beispielsweise nach Rezepten zu fragen, das Smart Home zu aktivieren und zu steuern oder um tagesaktuelle Nachrichten abzufragen.

Welche Probleme gibt es im Gebrauch mit Sprachassistenten?

Unter meinen Interviewpartner:innen waren zwei Personen, die den Sprachassistenten eher kritisch gegenüberstehen und einige Bedenken äußerten. Das Hauptproblem: die Angst um die Privatsphäre und davor, abgehört zu werden. Siri und Alexa müssen durchgehend aktiviert sein, um auf einen Befehl sofort reagieren zu können. „Belauschen“ sie also jedes Gespräch? Es passiert zum Beispiel, dass wir über ein bestimmtes Thema oder Produkt mit Freunden sprechen und wenig später auf unseren Handys Werbung dazu sehen. Gibt es einen Zusammenhang? Den beiden Befragten sind solche Situationen sehr suspekt und der Hauptgrund, warum sie keine Sprachassistenten nutzen wollen. Denn: Wären diese Bedenken aus dem Weg geräumt, könnten sie sich durchaus vorstellen einen Voice Assistant zu nutzen, da sie schon der Meinung sind, dass es ihren Alltag ein klein wenig erleichtern könnte.

Die Liste der Probleme mit Sprachassistenten ist jedoch noch länger. So gut wie alle Befragten hatten in der Vergangenheit schon Probleme mit der Nutzung. Die Sprachassistenten verstehen zum Beispiel Befehle sehr oft falsch und geben damit auch keine korrekte Antwort. Dies führt dazu, dass man entweder doppelt fragen muss oder doch zum Smartphone greift, um den Befehl manuell auszuführen. Der Aspekt “Zeitersparnis” ist dann natürlich hinfällig.

Obwohl die Nutzung von Sprachassistenten also auf den ersten Blick einfach gehalten ist (Frage/Befehl > Antwort), hatte ich während meiner zweiwöchigen Research Phase immer öfter den Eindruck, dass die User Experience auf jeden Fall noch verbessert und innovativer gestaltet werden kann.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Befragung

Obwohl Sprachassistenten seit einiger Zeit allgegenwärtig auf dem Markt sind und in vielen technischen Geräten bereits integriert sind, habe ich den Eindruck, dass verhältnismäßig wenige Menschen Sprachassistenten intensiv nutzen. Die Befragung meiner Interviewpartner:innen ergab: Die Assistenten werden nur für kleinere Aufgaben benutzt, zum Beispiel um einen Timer zu stellen, Nachrichten zu versenden oder Termine in den Kalender einzutragen. Die meisten Nutzer:innen schöpften noch nicht das komplette Potential aus ihren Sprachassistenten oder sind sich des Potentials auch gar nicht bewusst. Im Hinblick auf meine Abschlussarbeit mit der Frage, wie Sprachassistenten noch innovativer gestaltet und zugleich die User Experience verbessert werden kann, bin ich mir sicher, dass noch viel Luft nach oben ist!

Sina hat nun ihr Basic Research Program, den ersten Teil unseres Förderprogramms für Abschlussarbeiten, abgeschlossen und kann mit ihrer Bachelorarbeit bei uns richtig durchstarten. Wir sind gespannt, was wir noch alles Interessantes zum Thema Innovation bei Voice Assistants herausfinden dürfen!

Text: Sina Ruhrländer

Sina Ruhrländer

Sina Ruhrländer befindet sich im letzten Semester ihres Bachelorstudiums Multimedia und Kommunikation an der Hochschule Ansbach. Die Schwerpunkte Ihres Studiums - Medientechnik und Audio - möchte sie nun verbinden, um eine spannende Abschlussarbeit im Bereich Voice Assistants zu schreiben - gemeinsam mit dem Media Lab Ansbach!

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